Industriefachwirt (IHK)
Was ist ein Industriefachwirt (IHK)?
Der Geprüfte Industriefachwirt (IHK) ist eine bundesweit anerkannte Fortbildung, die kaufmännisches, betriebswirtschaftliches und organisatorisches Wissen mit speziellen Anforderungen der Industrie verbindet. Er gilt als branchenbezogener Fachwirt-Abschluss auf DQR-Stufe 6, der speziell auf Bedürfnisse industrieller Unternehmen zugeschnitten ist.
Welche Aufgaben übernimmt ein Industriefachwirt?
Der Industriefachwirt ist ein branchenbezogener Allrounder im industriellen Umfeld: Er versteht die Sprache von Technik und Produkten, kann aber ebenso betriebswirtschaftlich planen, steuern und führen.
1. Planung & Steuerung von Produktionsprozessen
- Organisation und Optimierung industrieller Abläufe
- Schnittstelle zwischen Produktion, Einkauf, Logistik und Vertrieb
- Sicherstellen von Qualität, Terminen und Kosten
2. Rechnungswesen, Finanzierung & Controlling
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Vorbereitung von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen
- Wirtschaftlichkeitsanalysen und Kennzahlenberichte
3. Marketing & Vertrieb im industriellen Kontext
- Entwicklung von Absatz- und Vermarktungsstrategien für technische Produkte
- Mitwirkung bei Preisgestaltung und Kundenbetreuung
- Durchführung von Markt- und Wettbewerbsanalysen
4. Materialwirtschaft & Logistik
- Organisation der Beschaffung und Lagerhaltung
- Lieferantenmanagement und Vertragsverhandlungen
- Prozessoptimierung in der Supply Chain
5. Personalführung & Organisation
- Führung und Motivation von Mitarbeitenden
- Einsatzplanung und Schulungsmaßnahmen
- Mitwirken bei Personalentwicklung & Ausbildungsfragen
6. Unternehmensführung & Management
- Unterstützung der Geschäftsleitung bei Entscheidungen
- Umsetzung strategischer Unternehmensziele in operativen Maßnahmen
- Leitung von Projekten, auch bereichsübergreifend
In welchen Branchen und Positionen ist der Industriefachwirt einsetzbar?

Ein geprüfter Industriefachwirt (IHK) ist branchenfokussiert auf die Industrie, jedoch in vielen Bereichen einsetzbar. Die Fortbildung im BZE in Vollzeit in 10 Wochen ist ideal für Menschen, die ihre Karriere gezielt im industriellen Umfeld entwickelt wollen.
1. Produzierende Industrie
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobilindustrie & Zulieferer
- Elektrotechnik & Metallverarbeitung
- Chemische Industrie
Hier sind Industriefachwirte vor allem in Produktion, Materialwirtschaft, Controlling und Vertrieb gefragt.
2. Logistik & Supply Chain Management
- Lager- & Materialwirtschaft
- Beschaffung & Einkauf
- Optimierung industrieller Lieferketten
Hier übernehmen Industriefachwirte häufig Schnittstellenfunktionen zwischen Produktion, Einkauf und Vertrieb.
3. Handel mit Industriegütern
- Technischer Großhandel
- B2B-Vertrieb industrieller Produkte
Die häufigsten Aufgabengebiete in diesem Segment: Absatzplanung, Kundenbetreuung, Vertriebssteuerung.
4. Dienstleistungsunternehmen mit Industriebezug
- Technische Dienstleister
- Engineering & Projektmanagement
- Beratungsunternehmen für industrielle Prozesse
In diesem Bereich leiten Industriefachwirte Projekte und steuern betriebswirtschaftliche Prozesse.
5. Öffentliche Einrichtungen & Verbände mit Industrieausrichtung
- Industrie- und Handelskammern
- Bildungs- und Forschungseinrichtungen im technischen Umfeld
Welche Voraussetzungen müssen für die Fortbildung erfüllt sein?
EINE der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
- Ausbildung + Berufspraxis
Abgeschlossene dreijährige kaufmännische oder verwaltende Ausbildung
+ 1 Jahr Berufspraxis
- Andere Ausbildung + längere Berufspraxis
Abgeschlossene sonstige Ausbildung (nicht kaufmännisch)
+ 2 Jahre Berufspraxis
- Berufspraxis ohne Ausbildung
Mindestens 3 Jahre einschlägige Berufspraxis im kaufmännischen oder verwaltenden Bereich
Gut zu wissen: Mit dem Abschluss als Industriefachwirt (IHK) ist der Zugang zu Fortbildungen auf DQR-Stufe 7 (z.B. Betriebswirt IHK auf Master-Niveau) möglich.
Wie ist die Fortbildung zum Industriefachwirt (IHK) im BZE aufgebaut?
Wie alle IHK-Weiterbildungen ist auch die Fortbildung zum Industriefachwirt zweistufig aufgebaut: Auf die Grundlagenfächer – Volks- und Betriebswirtschaft, Recht, Steuern, Rechnungswesen und Unternehmensführung – folgt die Spezialisierung durch handlungsspezifische Qualifikationen mit Industriefokus. Den Fortbildungsabschluss bildet die IHK-Prüfung mit schriftlichen Klausuren und einem Fachgespräch.
1. Wirtschaftsbezogene Qualifikationen (Grundlagen)
Vermitteln allgemeines betriebswirtschaftliches Basiswissen.
Inhalte:
- VWL & BWL
- Rechnungswesen
- Recht und Steuern
- Unternehmensführung
2. Handlungsspezifische Qualifikationen (Vertiefung)
Praxisnahe Vertiefung speziell für Industrieunternehmen.
Inhalte:
- Finanzwirtschaft im Industrieunternehmen
- Produktionsprozesse & Logistik
- Marketing, Vertrieb & internationale Geschäftsprozesse
- Personalmanagement & Führung
- Investition, Finanzierung & Controlling
- Unternehmensführung & -entwicklung
Wie ist die Fortbildung zum Industriefachwirt (IHK) im BZE aufgebaut?
Die IHK-Prüfung für den Industriefachwirt (IHK) gilt als anspruchsvoll. Wer die Vollzeit-Variante in 10 Wochen besucht, hat erfahrungsgemäß durch eine klare Struktur und intensiv vermitteltes Wissen aber sehr gute Chancen, die Abschlussprüfung im ersten Anlauf erfolgreich zu bestehen.
Wie bei anderen Fachwirts-Prüfungen gliedert sich auch die Prüfung zum Industriefachwirt in zwei schriftliche Teile und ein mündliches Fachgespräch.
Wichtig zu wissen: Zum Bestehen der Prüfung gilt beim Industriefachwirt die Ausgleichsregel. Grundsätzlich müssen in beiden Teilen (wirtschaftsbezogen und fachspezifisch) mindestens 50 Punkte, Note: ausreichend, erreicht werden. Beim Industriefachwirt können schwächere Leistungen aber durch bessere Ergebnisse in anderen Fächern kompensiert werden, solange kein Teilbereich unter 30 Punkten liegt.
Prüfungsaufbau
1. Wirtschaftsbezogene Qualifikationen (Grundlagenprüfung)
mit 4 schriftlichen Klausuren von jeweils 90 Minuten
Fächer:
- Volks- und Betriebswirtschaft
- Rechnungswesen
- Recht und Steuern
- Unternehmensführung
Wir bereiten Sie auf die IHK-Prüfung vor
- Wir machen Sie fit für Ihre Abschlussprüfung
- Dozenten besprechen mit Ihnen alte Prüfungsaufgaben
- Unterstützung bei Aneignung notwendigen Fachwissens
2. Handlungsspezifische Qualifikationen (Vertiefung)
mit 2 schriftlichen Klausuren, jeweils 240 Minuten (4 Stunden)
Inhalte aus den Bereichen:
- Finanzwirtschaft, Controlling & Investition
- Produktionsprozesse & Logistik
- Marketing & Vertrieb
- Personalmanagement und Unternehmensführung
3. Mündliche Prüfung (Fachgespräch mit Präsentation)
- Präsentation eines praxisnahen Themas (ca. 10 Minuten)
- Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss (ca. 20 Minuten)
Welche Karrierechancen bietet der Abschluss als Industriefachwirt?

Mit dem Abschluss als Industriefachwirt (IHK) eröffnen sich vielfältige Karrierewege im industriellen Umfeld. Ob als Team- oder Abteilungsleitung, im Projektmanagement oder in der Produktions- und Logistiksteuerung – Industriefachwirte übernehmen Führungsverantwortung in zentralen Unternehmensbereichen. Der staatlich anerkannte Abschluss auf Bachelor-Niveau steigert nicht nur Karriere- und Gehaltschancen, sondern qualifiziert auch für weiterführende Abschlüsse wie dem Geprüften Betriebswirt (IHK).
1. Typische Positionen
- Team- oder Abteilungsleiter
- Produktions- Fertigungssteuerer
- Projektmanager in Industrieunternehmen
- Einkaufs- oder Logistikleiter
- Assistenz der Geschäftsführung
2. Verbesserte Einkommens- und Aufstiegschancen
Industriefachwirte verdienen im Schnitt 10 bis 20 % mehr als Facharbeiter mit Ausbildung.
3. Breite Einsatzmöglichkeiten
- Maschinenbau, Automobil, Elektrotechnik, Chemie, Metallindustrie
- Technischer Großhandel & B2B-Vertrieb
- Beratungs- und Projektmanagement im industriellen Kontext
4. Weiterbildungsmöglichkeiten
Nach dem erfolgreichen Abschluss besteht die Möglichkeit, sich auf DQR 7 (Master-Niveau) weiterzubilden, z. B. als:
- Geprüfter Betriebswirt (IHK)
- Master Professional in Business Management






